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"Mut tut gut"

Dr. Azza Hadj Youssef und Prof. Dr. Christina Schindler untersuchen im Reinraum des Labors für Mikrosystemtechnik dünne Schichten für den Einsatz in Datenspeicherzellen (Foto: Johannes Lesser)
Dr. Azza Hadj Youssef und Prof. Dr. Christina Schindler untersuchen im Reinraum des Labors für Mikrosystemtechnik dünne Schichten für den Einsatz in Datenspeicherzellen (Foto: Johannes Lesser)

[31|08|2022]

Dr. Azza Hadj Youssef und Prof. Dr. Christina Schindler über das Fellowship-Programm der HM

 

Jedes Jahr schreibt die HM drei Fellowships in der Lehre aus. Seit 2007 konnte sie bereits über 60 GastwissenschaftlerInnen aus aller Welt für ein gefördertes Gastsemester an der HM gewinnen. Fellowships mit dem Schwerpunkt Lehre unterstützen die Hochschule dabei, internationale Formate und Methoden für die Lehre weiterzuentwickeln und zu erproben. Dr. Azza Hadj Youssef vom INRS (Institut national de la recherche scientifique), in Québec, Kanada, ist aktuell Teaching Fellow im HM-Labor für Mikrosystemtechnik und arbeitet dort mit ihrer Gastgeberin Prof. Dr. Christina Schindler unter anderem an innovativen Lehrformaten für ein so genanntes Double Degree Programm für die Masterstudierenden der Mikro- und Nanotechnik – gemeinsam mit der kanadischen Partneruniversität.

 

HM: Frau Hadj Youssef, was war Ihre Motivation, sich für das Fellowship zu bewerben?

Hadj Youssef: Ich wollte Auslandserfahrung sammeln in der Lehre, um mich weiterzuentwickeln. Deutschland ist für mich eine der besten Adressen, um dieses Ziel zu erreichen. Zusätzlich fand ich das Fellowship-Programm hier mit den Lehrmöglichkeiten in meinem Fachgebiet und den vielen Events und Aktivitäten attraktiv, um Kontakte zu knüpfen.

 

Was ist das Thema Ihrer gemeinsamen Arbeit?

Schindler: Wir bauen virtuelle Labore mit Demo-Experimenten auf beiden Seiten auf - mit Live-Übertragung. In Zukunft können wir durch Remote Experimente unser Angebot im Rahmen von Praktika erweitern.

 

Hadj Youssef: Ich betreue zusätzlich im Labor für Mikrosystemtechnik einen Bachelor-Studenten, der sich mit dem Thema „gedruckte Elektronik“ beschäftigt. Ziel ist der Druck von flexiblen Datenspeicherzellen auf der Basis von Kupfertinten.

 

Frau Hadj Youssef, wie profitieren Sie von ihrem Aufenthalt beruflich und persönlich?

Hadj Youssef: Ich konnte meine Kenntnisse unter anderem in den Bereichen Drucktechnologie und Integrationsprozesse erweitern. Außerdem haben wir in unserem gemeinsamen Lehrprojekt eine neue aktive Lehrmethode entwickelt, die wissenschaftliche Praxis mit Lehrkonzepten zum Nutzen der Studierenden verbindet. Während meines Aufenthalts in München hatte ich die Gelegenheit, viele Stipendiaten, Forscher und einige Professoren kennenzulernen und mit ihnen zu diskutieren. Ich war sehr froh, von jedem von ihnen etwas zu lernen.

 

Frauen sind unterrepräsentiert in den MINT-Fächern. Wie können wir mehr Frauen dazu ermutigen, sich an Forschung und Lehre in den Naturwissenschaften zu wagen?

Schindler: Mut tut gut. Wir müssen über den tollen Beruf der Professorin sprechen und bereits Schülerinnen sagen, dass, wenn sie etwas Kreatives mit Menschen machen möchten, sie auf alle Fälle ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium aufnehmen sollten.

 

Hadj Youssef: Frauen, die einen Abschluss haben in einem MINT-Fach sollten als Vorbild dienen für junge Frauen, die in diesem Bereich studieren wollen. Selbstvertrauen spielt eine sehr große Rolle, wenn eine Frau in der Wissenschaft erfolgreich sein will. Die Gesellschaft muss Frauen dabei helfen, mehr an ihre Fähigkeiten zu glauben und sie auf ihrem Weg stärker unterstützen.

 

Den teilnehmenden Fellows am Programm wird im Anschluss ihres Aufenthalts der Titel „Honorary Fellow“ der HM verliehen. Weitere Informationen zum Fellowship finden Sie auf den Webseiten der Hochschule München.

 

 

Ralf Kastner